7. Januar 2013

80 Days - Die Farbe der Lust von Vina Jackson

 (M: Semper smile, München; Random House; carl´s Books)

Beworben mit dem Slogan “Wenn sie Shades of Grey mochten, werden sie 80 Days lieben” erschien am 22. Oktober 2012 das Buch “80 Days - Die Farbe der Lust”.
Entsprungen ist es der Feder von zwei Schreibern, welche das Pseudonym Vina Jackson verbindet.
Diese haben einen 400 Seiten starken Roman verfasst und in Deutschland ist er im Carl´s Book-Verlag erschienen.

Summer liebt es, sich ganz der Musik hinzugeben.
Seit sie die ersten Akkorde von Vivaldis “4 Jahreszeiten” gehört hat, ist die klassische Musik zu einem Lebensmittelpunkt für sie geworden.



Doch ihr Freund Darren versteht ihr ganzes förmliches Auflösen, bei dieser Musik, nicht.
Nun ist ihr klar, dass sie diese so betitelte Beziehung zu ihm nicht aufrecht halten kann.
Um ihren Frust über das Geschehene abzubauen, spielt sie auf ihrer Violine eben jenes besondere Stück, von Vivaldi.
Ohne es zu merken, fällt sie dem Universitätsprofessor Dominik auf.
Dieser ist wesentlich älter als sie und merkt, welche Leidenschaft in ihr steckt.
Durch einen Zeitungsartikel findet er heraus, dass, Tage später, eben jener unbekannte Frau, bei einer Randale, ihre Violine zerstört wurde.
Dominik will ihr helfen und macht ihr ein unmoralisches Angebot.
Mehrmals treffen sie sich, bis er ihr vorschlägt, für ihn zu spielen - nackt, nur mit der Violine im Arm.
Ein erotisches Abenteuer beginnt für Summer, doch ob sie darin ihr Glück findet?


Eigentlich las sich für mich die Zusammenfassung und Anpreisung des Buches, auf unterschiedlichen Internetseiten, sehr gut. Aber leider kam kein gutes Lesegefühl herüber.
Vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch gesetzt.

Summer ist scheint eine sehr zerrissene Protagonistin zu sein.
Sie hat ihren Weg im Leben noch nicht gefunden, auch für Beziehungen ist sie nicht geschaffen.
Befriedigung findet sie nur bei sich selbst, und seit sie mit ihrer Freundin Charlotte auf Fetischpartys geht.
Nicht nur ich habe, während des Lesens, bemerkt, dass ihre sexuellen Vorlieben nicht dem “normalen Standard” entsprechen. Auch Summer selbst merkt es, dass sie nur in außergewöhnlichen Situationen zum lustvollen Höhepunkt kommen kann, was sie sichtlich verwirrte.
Dominik ist zuerst sehr sympathisch, jedoch ebbte diese Sympathie schnell bei mir ab.
Auch er hat eine verlorene Seele, mit einer dunklen, sehr sexuellen Seite.
Man spürt bei den Ausführungen der Autoren, das Summer in ihm etwas bewegt.
Welche Vorlieben er hat, wird schnell klar, denn bereits in den ersten Kapiteln zeigt er seine Aversionen, wenn auch noch nicht all zu offen.
Diese schreckten mich nicht ab, aber wurden auch nicht wirklich reizvoller.

Die Beiden geben sich ganz ihren Gefühlen, in diesen merkwürdigen Situationen, hin und dennoch hatte ich, als außenstehende Person, das Gefühl, dass die Story nur so dahin erzählt wurde.
Je weiter diese Fortschritt, desto weniger konnte ich Dominik leiden und Summer verstehen.
Wie ich herauslas, ist der Altersunterschied der Beiden recht groß, da ich mich aber nicht erinnern kann, eine genaue Altersumschreibung gelesen zu haben, schätze ich Summer auf Ende 20 und bei Dominik würde ich eher in Richtung 40 tendieren.

Trotz allen Ausführungen meinerseits passen sie auf verquere Weise zusammen.
Wenn es nicht ein ständiges Hin und Her geben würde, zwischen den Protagonisten, hätten die Autoren auch einen Roman aus der Story machen können.
Richtig abstoßend fand ich den letzten Teil des Buches, auf welchen ich nicht näher eingehen möchte, weil er wirklich nicht jugendfrei und entwürdigend für Summer gestaltet wurde.
Sie lässt sich zu sexuellen Handlungen hinreißen, die für mich undenkbar und auch abstoßend sind. Dadurch verliert sie in meinen Augen mehr und mehr an Ansehen und Sympathie.

Aber ein positives Lob muss ich hier aussprechen und das geht an die Designer des Buchcovers. Dieses dezente Blumencover ist wahrscheinlich dem einen oder anderen Leser schon aufgefallen.
Es ist nicht anstößig und reizte vielleicht auch schon viele dieses Buch zu kaufen.

Schade das, dieser erste Teil, so enttäuschend für mich war, aber jedes Buch und jeder Autor bekommt eine zweite Chance, weshalb ich Band zwei “80 Days - Die Farbe der Begierde” auch noch lesen werde.
Bisher sind für diese Reihe übrigens fünf Bände geplant, welche die Leserschaft schon jetzt sehr spalten.

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Kommentare:

starone hat gesagt…

Hallo Conny,

ja, Sex und entsprechende Praktiken dazu sind halt immer eine sehr persönliche Sache und Einstellung, wie ich finde.

Deshalb bin ich auch persönlich kein Fan von solchen Büchern und kann solch einen Hip für bestimmte Bücher auch nicht wirklich nachvollziehen, sorry.

LG..starone...

Conny Z. hat gesagt…

Also Shades of Grey war schon was neues und wirklich toll.
Aber 80 days, war mir zu erniedrigend.

Was richtig gut ist, ist "Crossfire" dieses werde ich euch am 14. Januar vorstellen!

LG, Conny :)

Blubb hat gesagt…

Ich bin auch nicht sooo der Fan von solchen Büchern. Ich finde es okay wenn neben der Handlung auch die Sexszenen beschrieben werden, gehören ja zum leben :P aber nur ein Buch darüber zu schreiben, ist mir persönlich zu langweilig :D

Alaire84 hat gesagt…

Ich bin ganz enttäuscht gewesen und fand es schrecklich, habe die anderen zwar auch noch gelesen, aber nicht so intensiv.
Sie liegen weit hinten im Regal.