14. März 2013

Jakobs Mantel von Eva Weaver

(Copyright:ZERO Werbeagentur, München; Getty Images; Dromer-Knaur Verlag)

Seit dem 1. Februar ist ein Buch im Handel erschienen, was ein sehr, wie ich finde, auffälliges Cover ziert.
Ich schreibe von Eva Weavers Werk “Jakobs Mantel”, was ich für “Das Buch-Magazin” lesen durfte.
Ihr Debütwerk umfasst 384 grausame Seiten, die zum größten Teil in einem Warschauer Ghetto handeln. Mein Dank geht an “Das Buch-Magazin” für dieses ungewöhnliche Buch.

Mikas Großvater ist wirklich stolz auf seinen neuen Mantel, den er sich extra für seine gute Anstellung als Professor hat schneidern lassen.

Bereits wenige Wochen später muss die Familie in ein aufgebautes Ghetto in Warschau ziehen, so wollen es die Deutschen, denn Mikas Familie sind Juden.
In dem Ghetto herrschen Armut, Gewalt und Tod - auch Mikas Großvater überlebt nicht lang und wird auf der Straße erschossen.
Mikas einziger Halt ist der Mantel, in dem er viele Geheimnisse entdeckt. Jakob hat Puppen gebastelt und diese werden Mikas ständiger Begleiter.
Zuerst sind sie sein einziger Rückzug, bis immer mehr Leute gefallen an seinem Puppenspiel finden.
So stützen sich die Menschen gegenseitig, bis es zur Deportation des Ghettos kommt …


Der Schrecken des Zweiten Weltkrieges und die Aufbauzeit danach sitz in diesem Buch sehr tief verankert.
Mika ist noch ein Kind als er, seine Mutter und sein Großvater Jakob in das Ghetto geschickt werden, von seiner heilen kleinen Welt hinter einer Mauer voller Gefahren und Tod.

Ich merkte, wie erwachsen er nach außen hin wirken wollte, um seine Mutter zu stützen, und wie zerbrochen seine Kinderseele doch, mit jeder neuen Gräueltat der Wehrmachtsoldaten, wurde.
Das Entdecken über den Inhalt des Mantels bis hin zu den kleinen, liebevoll gefertigten Puppen lässt in Jakob neuen Mut gedeihen, und er zieht sich zurück in seine Welt aus Märchen, Witz und Erzählungen, um dem Horror vor dem Fenster der Wohnung entfliehen zu können. Mika entwickelt sich, gerade durch den plötzlichen Tod des Großvaters, zum Ernährer der kleinen Familie. Durch das Hinzukommen von zwei weiteren Familien wächst der Haushalt noch mehr. Dies bürdet ihm eine noch größere Last auf, die er annimmt, ohne sich jemals zu Beklagen.

Ich als Leserin bewunderte diesen Jungen immer mehr für seinen Mut und seiner Offenheit, gerade den Kindern im Waisenhaus und im Krankenhaus gegenüber.
Man bemerkt das Er die Möglichkeit anderen für ein paar Minuten Freude zu schenken, nur durch sein Puppenspiel, zu einer Art der Selbsterhaltung nutzt und dadurch einen Sinn für dieses schreckliche Leben entdeckt.

Trotz aller dunklen und überaus erschreckenden Erzählungen und Ausführungen der Autorin ist “Jakobs Mantel” ein Buch, welches mich faszinierte und mir auch emotional sehr nahe ging.

Eva Weaver schmückt keine Szene aus, sie verschönt das Leben ihres Protagonisten und der Nebencharaktere nicht - sie zeigt das wahre, knallharte und brutale Leben der Juden in Warschau.

Den Kampf der Juden um Freiheit und um ihre Familien und Mikas Kampf um seine Liebe und sein Leben - dies alles macht “Jakobs Mantel” zu einer authentischen Geschichte.

Zum Buch auf Amazon: KLICK
Meine Rezension bei "Das Buch-Magazin"auf Seite 17: KLICK


Kommentare:

Chimiko hat gesagt…

Das Buch klingt wirklich gut und interessant. Auch wenn das mit den Puppen mich erstmal abgeschreckt hätte.

Hm... definitiv eine Überlegung wert, dieses Buch zu lesen.

VIele Grüße
Chimiko

starone hat gesagt…

Hallo Conny,

sicherlich ein interessantes Buch, aber in der Schule hatte ich das Thema in jeder erdenklichen Form.

Deshalb eher nicht.

LG..starone...