1. August 2013

Mein Sommer nebenan von Huntley Fitzpatrick

(Copyright: cbj-Verlag)

In diesem Jahr gibt es so viele Sommerlektüren, da musste ich mich einfach mit “Mein Sommer nebenan” eindecken.
Huntley Fitzpatricks Buch erschien bei uns im cbj-Verlag und erzählt auf 510 Seiten über den Sommer von Samantha.

Samanthas Zuhause steht in einer gutbürgerlichen Gegend.

Doch für ihre Mutter ist die Großfamilie Garrett ein Dorn in ihrem beschaulichen Leben.
Spielzeug liegt im Garten, die Kinder toben an der Luft und der Familienzuwachs scheint kein Ende zu nehmen.
Sam versteht diese Reaktionen ihrer Mutter nicht.
Vom Dach vor ihrem Fenster aus, beobachtet sie jahrelang das Leben dieser Nachbarn.
So gehen die Jahre dahin und nie wechseln die Garretts und ihre Familie ein Wort - bis sie mit siebzehn Jahren Jase Garrett kennenlernt.
Die Garrettfamilie nimmt Samantha herzlich auf, doch sie will nicht, dass ihre Mutter erfährt, in wem sie sich verliebt hat.
Als eines Nachts ein Unfall geschieht und nur Samantha weiß, was geschehen ist, muss sie sich entscheiden - ihre Mutter oder Jase?

Sonst schreibe ich nicht gleich über das Cover der Bücher. die ich lese. Aber bei “Mein Sommer nebenan” war dieses meine Kaufentscheidung.
Häuser, die ähnlich aussehen, deren Bewohner aber nicht unterschiedlicher sein könnten.
Und dann die beiden jungen Menschen, einander zugewandt auf einem Ast.
Schlicht und doch ansprechend, sowie wegweisend in Huntley Fitzpatricks Geschichte.

Samantha erzählt über das Kennenlernen mit Jase, über die Zeit in diesem ersten Sommer und das Unglück, was alles verändert.
Alle halten sie für das perfekte Mädchen - reich, schulisch überragend, beliebt und immer nett.
Doch sie möchte nicht immer perfekt sein, alle sollen auch sehen, dass sie hart für ihre Ziele arbeitet und sich nicht scheut Jobs anzunehmen.
Jase sieht all dies in ihr und kann offen über alles mit Samantha reden.
Sie ähneln sich, auch wenn aus verschiedenen Welten zu kommen scheinen.

Samanthas Figur stand ich am Anfang ihrer Geschichte skeptisch gegenüber, denn sie erzählte über die Jungs, mit denen sie bisher zusammen war.
Je mehr ich jedoch über sie las, desto mehr mochte ich sie.
Natürlich war auch Jase Familie gewöhnungsbedürftig für Samantha, sie sah sie immer nur aus der Ferne.
Aus der Nähe und mitten im Geschehen lernt sie diese sogar lieben - vor allem die Kleinsten muss man einfach gern haben.

Die Mutter Samanthas ist alleinerziehend und hat Sam und ihre Schwester all die Jahre mit bestem Wissen und Gewissen ihrerseits erzogen.
War mir an dieser Erziehung auffiel war, dass der Mangel an Liebe für ihre Kinder - Werbung für den Sitz der Senatorin scheint alles für sie zu sein.
Ihre Töchter müssen immer mehr ohne ihre Mutter auskommen.
Samanthas Schwester Tracy interessiert das wenig, wohingegen ich bei Samantha oft das Gefühl hatte, dass sie sich gern mit ihrer Mutter über ihre Gefühle unterhalten hätte.

Je öfter ihre Mutter in der Geschichte auftauchte, desto weniger mochte ich sie und ihren Werbebetreuer Clay Tucker, konnte niemand leiden.
Sam versucht immer ihrer Mutter alles recht zu machen, sie versucht ihr zu zeigen wie falsch Clay ist und weiß bei Jase nicht, wie ihre Beziehung weiterverkaufen soll.
Also ein offenes, intelligentes und doch normales Mädchen.

Die Autorin schreibt leicht und sehr verständlich.
Sie schafft es das der Leser mit ihren Figuren fühlen und Szenen erleben kann.
Ebenso greift sie ein Thema auf, das in der heutigen Zeit sehr wichtig ist - die Kluft zwischen Arm und Reich, sowie unbegründete Vorurteile und missfallen.
Sam und Jase versuchen zu zeigen, dass dies alles nicht von Nöten ist und Liebe dort entsteht, wo man am wenigsten damit rechnet.

Auch wenn Huntley Fitzpatricks Geschichte durchaus einwenig hätte eingekürzt werden können, da ein paar der Szenen überflüssig waren, so hab ich mich gut unterhalten gefühlt.

Huntley Fitzpatrick hat einen realistischen, unterhaltenden Roman geschrieben. Der mit seinen vielschichtigen Charakteren gefällt und sympathische Protagonisten herbeigeschrieben, die die Kluft zwischen Missgunst und Klassenunterschieden übergehen - um allen zu zeigen, dass dies alles in der Liebe nicht zählt.

Zum Buch auf der Verlagsseite: KLICK


Kommentare:

starone hat gesagt…

Interessante Geschichte.

LG..starone..

Friedelchen hat gesagt…

Ja, Clay war mir auch von Anfang an unsympathisch und auch Sams Mutter hat immer wieder den Vogel abgeschossen.
Mir hat die Geschichte insgesamt auch sehr gefallen und besonders die Garretts waren mir einfach unheimlich sympathisch :-)

Conny Z. hat gesagt…

Oh schön, noch eine begeisterte Leserin von diesem Buch :)

GLG, Conny