6. Oktober 2013

Interview mit Susanna Ernst - der Autorin die sich in meine Seele schrieb

Heute habe ich eine tolle Autorin bei mir zu Gast, um euch ihr neustes Werk „Blessed – Für dich will ich leben“, erschienen im Oldigor-Verlag, ein wenig näher zu bringen! - Susanna Ernst
Mich selbst lässt die Geschichte noch immer nicht los und ich hoffe, oder wir hoffen, mit diesem Interview noch viele von euch von Noah und Emily überzeugen zu können.


(Copyright: Octavia Oppermann)

Herzlich Willkommen Susanna Ernst, auf meinen Blog „dieSeitenfluesterer“, und Danke, dass ich Dir Fragen zu deinem Werk stellen darf!

Sehr gerne! Vielen Dank für dein Interesse!

„Blessed“ ist ein Jugendbuch, das nicht nur die erste große Liebe anspricht, sondern auch mit sehr viel Einfühlungsvermögen dunkle Ecken des menschlichen Daseins beleuchtet. Wie kam es dazu, dass du dieses Buch geschrieben hast?

Ich hatte eines Morgens den Prolog im Kopf, einfach so. Also habe ich nicht lange gefackelt und ihn direkt aufgeschrieben. Tja, und dann geriet ich plötzlich in diesen Strudel, in dem sich das Schreiben eher nach Lesen anfühlt und Zeit keine Rolle mehr spielt.
Oh, wenn das geschieht, ist das Schreiben sooo großartig. Wenn ich eben nicht mehr aktiv (also bewusst) planen und plotten muss, sondern die Ideen einfach nur fließen und ich mich mit dem Tippen beeilen muss, sie alle einzufangen. So auch bei ’Blessed’. Ich schrieb immer weiter, um zu erfahren was noch passieren würde.
Gott sei Dank waren Noah und Emily starke Charaktere, die mich von Anfang an und sehr zielstrebig durch ihre Story zogen.

Manche Geschichten werden geschrieben, um die eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Was aus deinem Leben legt sich in dieser Geschichte nieder?

Aus meinem Leben?
Nun, ich befürchte, diese Frage nicht ohne Spoiler auf den Inhalt des Buches beantworten zu können. Also seid gewarnt, liebe Leser! (lacht)

Zunächst einmal denke ich, dass ich sehr sensibel bin. Ich kann mir z.B. im Fernsehen keine Filme anschauen, in denen Menschen gequält werden. Obwohl ich mir natürlich darüber im Klaren bin, dass es sich dabei um gestellte Szenen handelt, berührt mich „das Leid“ so sehr, dass ich danach nächtelang nicht richtig schlafen kann.
Nun kannst du dir vielleicht vorstellen, wie sehr mich das reale Schicksal eines kleinen misshandelten Jungen mitgenommen hat, über den vor ein paar Jahren im Fernsehen berichtet wurde. Zusätzlich belastet hat mich damals, dass der Kleine genauso alt war wie mein eigener Sohn.

Ich erinnere mich, an jenem Abend zum Bett meines Sohnes geschlichen zu sein und ihn im Schlaf beobachtet zu haben. Es erschien mir schlichtweg unbegreiflich, wie irgendjemand einem solch kleinen, hilflosen Geschöpf etwas antun konnte. Irgendwie habe ich wohl mit Noah die Geschichte dieses fremden Jungen verarbeitet. Auch er war schmächtig, mit auffallend hellen Augen und blondem Wuschelhaar. Er sah aus wie ein Engel.
Unterbewusst arbeitete sein Bild wohl immer weiter in mir. Durch das Schreiben von ’Blessed’ versetzte ich mich in die vermeintlich hoffnungslose Situation eines seelisch gebrochenen Kindes und prüfte, ob nicht doch zumindest ein Funke Hoffnung besteht, ein solches Kind aus seiner Misere zu ziehen und es vielleicht eines Tages sogar wieder glücklich zu erleben.

Noch etwas (nicht ganz so Schwermütiges), das ich aus meinem Leben in den Roman ’transferiert’ habe, sind die Zwillinge Adrian und Lucy. Die beiden kamen mir von Beginn an so bekannt und vertraut vor, auch wenn ich anfangs gar nicht realisierte warum. Irgendwann fiel es mir dann wieder ein: Im sechsten und siebten Schuljahr hatten wir auch ein französisches Zwillingspärchen in unserer Klasse. Die beiden waren grundverschieden in ihrer Art und gingen sehr liebevoll miteinander um (besonders für Geschwister dieses Alters). Ich habe das damals sehr bewundert und mich nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat noch oft gefragt, was wohl aus ihnen geworden ist. Leider ist der Kontakt damals jedoch abgebrochen. Also, Charlotte und Olivier – wenn ihr das lest, meldet euch.(lacht)



Emily ist ein zurückhaltendes Mädchen, dem es oft unangenehm ist im Mittelpunkt zu stehen und das sich langsam, aber sehr innig in einen gebrochenen Jungen verliebt. Existiert dieses Mädchen, oder wie entstand Emily?

Nun, in Emily habe ich mich oft selbst wiedererkannt, muss ich gestehen. Ich war zu meiner Schulzeit wie sie. Trug gerne das Kleid der grauen Maus und freute mich über jeden Tag, an dem ich möglichst wenig Aufsehen erregte. Auch hatte ich immer einen besonderen Drang anderen zu helfen. Nur ... einen Noah gab es bei mir nicht.

Noah … ich gestehe, ich bin wirklich hin und weg von dieser Figur. Wie hast du dir deinen Noah entstehen lassen und gibt es jemanden, dessen äußeres Erscheinungsbild, aus deiner eigenen Fantasie auf ihn passen würde?

Nein, ich kenne keinen Jungen, der dem Noah aus meinem Kopf ähnelt. Leider!
Aber das Cover trifft meine Vorstellung unbeschreiblich gut. Ich kann bis jetzt nicht fassen, wie es der liebe Crossvalley Smith  – der Grafiker, der das Bild entwarf, auf dem das Cover basiert – geschafft hat, Noah so perfekt aus meinem Kopf zu fischen.
Außerdem habe ich erschreckend selten das Gefühl, meine Figuren zu kreieren. Sie sind ... ja, einfach da. Wie reale Personen, mit all ihren Eigenschaften, Ecken und Kanten. Nur eben ausschließlich in meinem Kopf.

(Copyright: Oldigor-Verlag)

Musik geht in die Seele und drückt Gefühle besser aus, als jedes Wort. Wie hat sie dich zu „Blessed“ inspiriert und warum ist „Dear true Love“ von Sleeping at last ein so bedeutender Song in deiner Geschichte geworden?

Ich liebe Indie-Bands und verbringe meine schreibfreien Abende sehr gerne damit, mir Songs dieser Gruppen über Youtube anzuhören.
Vor etwa zwei Jahren stieß ich auf diese Weise auch auf ’Sleeping at last’. Die Band hat unzählige wunder-, wunderschöne Songs. Höre ich die Stimme des Leadsängers, denke ich automatisch an einen vollgesogenen Schwamm. Doch was bei dem Schwamm die Flüssigkeit ist, ist bei ihm das Gefühl. Es ist unbeschreiblich, wie viele Emotionen er mit seiner Stimme vermittelt. Er hat sich schlichtweg in mein Herz gesungen.
Also kaufte ich mir das Album und ließ es beim Schreiben von ’Blessed’ quasi in einer Dauerschleife im Hintergrund laufen. Irgendwann fiel mir auf, wie großartig ’Dear true love’ zu Noah und Emily passte. Kurzerhand nahm ich den Song mit in den Roman und ehrte ihn auf die einzige mir mögliche Art und Weise – indem ich ihn zu dem Liebeslied meiner beiden Protas machte. 


Wenn man dein Buch liest, denkt man zuerst nicht an eine doch sehr fantasielastige Geschichte. Was hat dich dazu gebracht verschiedene Elemente wie Engel und spezielle Gaben in die Handlung mit hineinzubringen?

Hm, ich bin so schlecht darin, solche Fragen zu beantworten. Zuerst war da wirklich dieser Prolog in meinem Kopf, wo Noah in seinem Zimmer so verzweifelt nach Michael ruft. Ein Schutzengel, der seinen Schützling nach Jahren endlich gefunden und erkannt hat, sich nun aber nichts sehnlicher wünscht, als nicht auf diese Weise mit Emily verbunden zu sein.
Die Idee begann also quasi schon mit dem Engelsthema. Alles andere ergab sich dann so drum herum.

Ich glaube viele wird es interessieren … wird es einen zweiten Teil geben, oder sitzt du bereits an neuen Projekten?

Ja, ich sitze bereits an neuen Projekten.
Und ja, es wird bestimmt einen zweiten Teil geben. (zwinkert)

Weitere Bücher der Autorin gibt es auf ihrer Internetseite:

(Copyright: Octavia Oppermann)

Danke für ein überaus informatives Interview, dass meine Sehnsucht „Blessed – Für dich will ich leben“ noch einmal zu lesen, nur verstärkt hat.

Ich danke dir, liebe Conny, es hat mir wirklich Spaß gemacht.

Nun hoffe ich sehr auf euch alle da draußen, dass ihr dieses Buch lesen werdet und mit Noah und Emily eine unvergessliche Zeit erleben könnt!

Eure Seitenfluesterin

Meine Rezension zu diesem wunderschönen Buch:

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