13. November 2013

Blogtourtag 3: Kera Jung - Erstens kommt es anders (Interview+Gewinnspiel)

Jenny von "Mein Bücherchaos" hat euch gestern die Charaktere aus dem Buch vorgestellt.

Heute durfte ich die Autorin Kera Jung zu ihrem Werk "Erstens kommt es anders" mit Fragen löchern!

Interview:

„Erstens kommt es anders“ ist dein neustes Buch im THG-Verlag. Welchen Umstand in deinem Leben ist es zuzuschreiben, dass die Geschichte Form annahm?



Die Idee trug ich bereits seit etlicher Zeit mit mir umher ... ließ sie noch ein wenig reifen :).
Im Dezember 2010 hatte ich ein recht umfangreiches, äußerst anspruchsvolles Werk beendet, an dem ich ein Jahr lang sehr intensiv gearbeitet hatte. 

Wenn man sich ganz plötzlich mit Macht aus einem bestimmten Universum verabschieden muss, dann geschieht es manchmal, dass man sich zunächst weigert, es tatsächlich zu verlassen.
Man WILL unter allen Umständen dort bleiben. Weiter mit den Protagonisten leben, lieben, leiden und lachen, manchmal sogar weinen, die einem über diese vielen Monate derart ans Herz gewachsen sind.
So erging es mir.

Andererseits sehnte ich mich nach einer Romanze, fernab von allen Dramen. Nur Spaß am Schreiben, ohne all das Leid der Figuren aus dem vorhergehenden Roman. Ich wollte Liebe, ein wenig Verwicklung und am Ende ein wundervolles Happy End.
Also setzte ich mich am Neujahrstag 2011 an meinen Schreibtisch ... UND ... es brauchte keine zwei Kapitel, bis ich gefangen war.
Erstens kommt es anders ... entstand in 28 Tagen, während jenes ziemlich frostigen und verschneiten Januars. Und ich hatte jede Menge pures Vergnügen und garantierten Spaß bei der Arbeit.

„Liebe kommt unverhofft, hält sich penetrant und verschwindet niemals auf Kommando“, dies sind die Zeilen mit dem du mein E-Book „signiert“ hast.
Im ersten Moment liest es sich, als wäre die Liebe eine Krankheit, aber derweil, so finde ich, beschreibt es schon viele Situationen in deinem Buch.
Wie durftest du selbst bisher die Liebe „erspüren“?


Oh! Sehr intensiv! Und ich durfte die wundervolle Erfahrung machen (und mache sie derzeit immer noch täglich), dass man weder wirklich alt noch tatsächlich jemals weise wird. Und darüber hinaus, dass Liebe nicht abflacht. Stattdessen wächst sie stetig. Je mehr man gemeinsam mit seinem Partner durchlebt, all die guten und schlechten Zeiten, die faszinierenden Erlebnisse im Kreißsaal (ja, seitdem heißt er mit zweiten Namen »Oh, Gott!«), die Niederlagen und die Erfolge, die Siege und die Kapitulationen. Kurz, das Leben. 

Miteinander Erlebtes verbindet mehr und weitreichender, als die denkbaren Alternativen. Inzwischen weiß ich: Nichts verschwindet, sondern reift und wird mit jedem Tag wertvoller.
Ich bin jetzt seit über 15 Jahren verheiratet und es wird niemals langweilig. Mein Mann ist mein bester Freund, mein größter Unterstützer, derjenige, der meine grausamsten Schreibflashs hoch erhobenen Hauptes erträgt (ganz zu schweigen von meinen übrigen Marotten) und der tröstet, wenn es mal nicht funktioniert. Er ist der Mensch, der immer an mich glaubte, selbst dann, als alle anderen bereits abwinkten und mir als Autorin keine Chance gaben. Ein treuer, liebenswerter und großartiger Kamerad, der neben meinen Kindern die wichtigste Person in meinem Leben darstellt.

Schulterzucken: Ich liebe ihn - schon, weil er immer dafür sorgt, dass ich frischen Kaffee vor mir zu stehen habe.

(Kleine Anmerkung der Seitenfluesterin hierzu: Liest sich fast, als hätten wir den gleichen Mann (lacht))

Deine beiden Protagonisten, Michael und Stephanie, spielen miteinander ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel.
Was hat dich dazu gebracht, deine Figuren immer wieder Steine in den Weg zu legen?


Ich vertrete die Auffassung, dass eine Romanze in den allermeisten Fällen darüber erzählt, wie das Paar ‚sich findet‘. Einschließlich all der Komplikationen, der Irrtümer, der Widersacher, manchmal stehen sich die Protagonisten selbst im Wege, der Schicksalsschläge, kurzum, jener unkalkulierbaren Faktoren, welche die beiden Menschen nicht zueinander gelangen lassen. Ein Liebesroman handelt davon, wie sie diese Hürden überwinden, über die Verwicklungen und Schwierigkeiten bei dieser Aufgabe, auch über das Leiden, denn das gehört bei unerfüllter zwingend Liebe hinzu.
Der Leser will während dieses Kampfes mitfiebern, mit leiden, mit träumen, sich bis zu einem gewissen Punkt sogar mit verlieben und befreit aufatmen (möglicherweise selbst verzückt auflachen) wenn sie es endlich geschafft haben.
HABEN sie ihr Ziel erreicht - nämlich zueinandergefunden - nun, dann ist die Story erzählt.

Selbstverständlich existieren wundervolle Liebesgeschichten über Paare, die bereits von Beginn der Geschichte an oder kurz danach zusammengehören. In den allermeisten Beispielen handelt es sich hierbei jedoch um Beziehungsdramen - wenngleich sie unter Garantie ebenso mitreißend sind. Doch im Allgemeinen bewegt sich der Plot einer Romanze um das ‚Kennenlernen‘, dass ‚sich Verlieben‘ und das ’um die Liebe kämpfen‘. Die Aufgabe eines Autors ist es, diese Periode aufregend und vielseitig zu gestalten und im günstigsten Fall ‚neu‘ zu erfinden.
Je ungünstiger die Ausgangsfaktoren, je schwieriger die Protagonisten, je niederträchtiger die Gegenspieler, desto spannender und abwechslungsreicher wird die Geschichte, und umso mehr gelingt es dem Leser, aus seinem Alltag in diese neue Welt abzutauchen.

Als ich dein Buch las, war ich mitten in dem Gefühlschaos deiner Protagonisten gefangen und saß des Öfteren mit einem Kopfschütteln und einem Lächeln auf dem Lippen, vor meinem E-Reader. Weil gerade mal wieder einer der Beiden sich vom anderen abgewandte, aber vorher gekonnt den Abgang oder die Stichelei in Szene gesetzt hat.
Welche Empfindungen hast du durchlebt, als die Geschichte entstand?


Da wären: Mitleid mit Stevie, Verachtung für Michael (zumindest anfänglich), jede Menge Ärger wegen Bianca, ein gewisses Verständnis für Vanessa, ehrliche Anbetung für Victor, leichte Geringschätzigkeit für Alicia, schwere Geringschätzigkeit für Renata ...
Doch mit der Zeit hätte ich Stephanie gern mal geschüttelt - die benahm sich wirklich immer verbohrter (dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen).
Michael tat mir irgendwann zunehmend leid. Stellenweise litt ich sehr mit ihm, dachte mir: Warum sieht sie seine wahre Intention nicht? Er bemüht sich so ausufernd, lässt sich auf die sonderbarsten Vereinbarungen ein, nur um bei ihr zu sein. Sie ist nicht dumm und keineswegs unerfahren: Weshalb erkennt sie es nicht?
Nun, ja, weil sie es längst erkannt hatte und dummerweise beschloss, es standhaft zu ignorieren.

Der Tod von Michaels Vaters war eine schwierige Passage. Denn ich musste mir überlegen, wie ein Mann trauert, der es gewohnt ist, sein Gefühlsleben nicht nach außen zu tragen. Wie geht er mit dieser Situation um, wie viel lässt er erkennen, wie viel frisst er besser in sich hinein? Michael Rogers ist ein sehr komplizierter Charakter - es war eine gewisse Herausforderung, seinen derzeitigen Ausnahmezustand einzufangen und in Worte zu fassen.
Besonders ans Herz gewachsen sind mir Diana und Marcel. Sie stellen die heimlichen Helden dieser Geschichte dar.

Glänzend amüsiert habe ich mich bei dem ‚wandelnden Silikondepot‘ und Stevies Reaktion darauf.
Und meine Lieblingsszene ist ... nun ja: jene, als Michael seine Stephanie im Sturm aufliest, sie ins Bad bringt und dort auszieht, um sie im warmen Wasser ‚aufzutauen‘. Eben weil die Situation keine sexuelle Note besitzt - zumindest nicht offenkundig. Stattdessen zeigt sie, wie verbunden die beiden in Wahrheit sind ...
Ich hatte viel, viel Spaß, ein wenig Ärger und wie üblich das meiste Verständnis für den männlichen Protagonisten.
Und ... sorry an alle Ninas. Die Dame hat er wirklich nicht fair behandelt :)

Deine Geschichten erzählen aus einem realen Leben. Steht in jeden von ihnen auch ein Teil deiner Lebensgeschichte, oder spielen sie fernab von dir?

Die meisten Details sind reine Fiktion. Aber ... es gibt schon hin und wieder Begebenheiten, die ich aus meinem Erlebnissen oder aus denen eines anderen mir nahestehenden Menschen frech geborgt habe:
Andrew Norton besucht ein verruchtes und sehr lautes Punk-Rock-Konzert und ihm wird ein Bier über den Rücken gegossen - das ist eine persönliche, ausnehmend miese (und vor allem geruchsintensive) Erinnerung an ein Ärzte-Konzert.
Kleinere Episoden verarbeitet sicher jeder Autor, denn sein Schreiben fundiert ja auf Erfahrungen. Doch es wird niemals autobiografisch - zumindest nicht in meinen Büchern.

Vervollständige zum Schluss diesen Satz „Erstens kommt es anders, …“

... und zweitens, als man denkt.

Danke Kera Jung, für dieses lustige Interview und sehr viel Erfolg mit deinem Buch!

Gewinnspiel:

3x Taschenbücher "Erstens kommt es anders "
1x Kera Jung Fan Tasse
1x Ebook im Wunschformat

Auslosung am Samstag den 16.11.2013 Nachmittags, auf Ka-Sa´s Buchfinder

Was müsst ihr dafür tun:

Schreibt mir einen Kommentar bis zum 15.11.2013 (24 Uhr) und vervollständig auch diesen Satz "Ersten kommt es anders ..."

ABER: seit kreativ und nehmt bitte nicht "...und zweitens als man denkt!"

Kommentare:

Sonjas Bücherecke hat gesagt…

Guten Morgen,

ihr habt ja alle tolle Blog. Finde ich super, dass man diese durch die Blogtour kennenlernt.

Mein Satz: Erstens kommt es anders und das ist dann meistens das Richtige.

Einen schönen Tag und liebe Grüße
Sonja

Yvonne Sitte hat gesagt…

Hallo, hach es ist so schön Euren Touren zu folgen :-)!

Mein Satz: Erstens kommt es anders, manchmal ganz genauso, oder so.

Sandra Bielawski hat gesagt…

Erstens kommt es anders,...
und manchmal besser als man gehofft hat :)

LG Sandra

Anonym hat gesagt…

Ich verfolge wenige Blogtours,hier aber eine ganz tolle !Bei LovelyBooks gerade die Leserunde dazu !
Erstens kommt es anders--wunderbarer Kampf um die Liebe und Geschlechter sind vertauscht,meine ich,da es meistens die frauen sind,die mehr und frueher wollen,als die Männer. Erfrischend,anders--- wunderbar !

LG Karoliina,LovelyBooks

starone hat gesagt…

Hallo Conny,


Mein Satz: Erstens kommt es anders als man es sich meistens vorstellt und möglicherweise befürchtet.

Immer positiv Denken!

LG..starone..

Niesie hat gesagt…

Erstens kommt es anders, und nie wie hofft, glaubt oder sich wünscht. Wie sagte es Forrest Gump so schön: "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt."

Ein tolles Intwerview mit Kera!!

Liebe Grüße, Denis.

Tanja Sievers hat gesagt…

Erstens kommt es anders,..
und grundsätzlich völlig anders als Keras Leser denken !

Liebe Grüße
Tanja

78sunny hat gesagt…

Hallo,

Erstens kommt es anders... und meistens knüppeldick.

Schönes Gewinnspiel!
LG
Sunny

Cornelia hat gesagt…

Hallo,

mein Satz wäre:
Erstens kommt es anders ... und wenn dann alles auf einmal ;)

Liebe Grüße,
Cornelia

schneckenpost0909 hat gesagt…

Hallo,

da nehme ich doch auch gerne mal teil.Diese Blogtouren finde ich auch klasse!

Erstens kommt es anders, zweitens oft nicht so, wie man es sich vorstellt und drittens meist erstaunlich schön!

Liebe Grüße von
Elke

Romantic Book Fan hat gesagt…

Hihi, das ist ja mal ne lustige Aufgabe :-)

Erstens kommt es anders und zweitens passieren so viele unerwartete Dinge, dass es besser ist, gar nichts zu planen und sich einfach mal überraschen zu lassen :-P

LG Desiree

Andrea M. hat gesagt…

Huhu :)

Klasse Blogtour und eine echt witzige Aufgabe, an der ich mich doch gerne versuchem möchte ;)

Mein Satz lautet: Erstens kommt es anders, aber wenn man aufgeschlossen bleibt, auch oft noch besser als man es sich ausgemalt hat :)

Liebes Grüßle
Andrea

Hannah hat gesagt…

Hallihallo! :)
Auch dieses Interview finde ich super!! :)
Mein Satz ist:
Und erstens kommt es anders, was sich aber oft als viel besser im Nachhinein herausstellt. :)
Ganz liebe Grüße,
Hannah
hannahsophie.jaeger@gmail.com

Anette hat gesagt…

Hallo kleine Seitenfluesterin,

wie könnte es auch heißen, ERsten kommt es anders .... und doch wie man es erwartet ;)

Alles Liebe,
Anette

Julia J hat gesagt…

Tagchen zusammen!
Danke für das tolle Interview :)

Erstens kommt es anders, drittens 100 Pro!

Beste Grüße
Julia J.

Juli Hasenohr hat gesagt…

Hallöchen, ein schönes Interview.

"Erstens kommt es anders ... und manchmal echt fies, aber oft nie, wie man dachte und es passt dann trotzdem!"

LG, Julia (LeseJulia bei LB)

Humpi hat gesagt…

Hallo,

erstmal ein großes Lob an die tolle Blogtour, die du da gemeinsam mit anderen Bloggern auf die Beine gestellt hast! :)

So, nun mein Satz: Erstens kommt es anders, als man zunächst dachte, doch häufig merkt man dann erst, dass dieses "anders" doch gar nicht so schlecht ist, sondern vielleicht sogar noch viel besser, als man sich eigentlich zunächst erhofft hatte!

Liebe Grüße! :) Humps

Anonym hat gesagt…

...und auch das Gegenteil kann immer eintreten.

Viele Grüße

kavo0003@web.de