21. März 2014

Tybee Island von Susan Clarks

(Copyright: Bookshouse)

Die 143 Seiten umfassende Geschichte "Tybee Island" hat mir der Verlag Bookshouse von der Autorin Susan Clarks zukommen lassen.
Seit Dezember 2013 ist diese im E-Book Shop erhältlich und ich durfte mir ein Bild von der Umsetzung ihrer Idee machen.

Tybee Island ist Craig O´Neills Zuhause.
Nun muss er dort entscheiden, wie seine Zukunft aussehen wird. Als Navy SEAL kann er nach seiner Schusswunde nicht mehr agieren.

Auf einer Party sieht er Jennifer Garnett wieder, die Schwester seines besten Freundes Tom. Viele Jahre sind vergangen und aus dem nervigen Teenie ist eine attraktive Frau geworden.
Jennifer traut ihren Augen nicht, als sie „Mr. Perfect“ vor sich stehen sieht …

Wenn man sich diese kleine Zusammenfassung so durchliest, könnte man denken, es ist wieder eine der typischen Geschichte über einen attraktiven Kerl und eine naive Frau, die eh im Laufe der Geschichte im Bett landen. Zum Teil stimmt das auch, aber wie in jeder guten Geschichte haben die Figuren hier auch jeder ihr Päckchen zu tragen.

Allen voran Craig O´Neill. Bei diesem bemerkt man gleich, dass er gern irgendwo wäre, nur nicht auf der Party, welche die Anfangssequenz der Handlung bildet.
Er ist vom Dienst beurlaubt und muss sich nun entscheiden, ob er bei der Navy verbleiben möchte.
Immer wieder wird der Leser in Vergangenheitssequenzen geschickt, die für Craig ein wahrer Albtraum sind. Eben jene Szene, in der er seinen Kameraden hilft und selbst ins Kreuzfeuer gerät.
Als Leser überlegt man mit, was ein so stark verwundeter Navy SEAL, mehr seelisch verwundet als körperlich, für einen Weg einschlagen könnte, eben welche Optionen ihn offenstehen.

Die Figur von Jennifer ist sehr aufmüpfig und macht sich selbst ihr Leben zu einer Achterbahnfahrt. Es ist gerade einmal ein halbes Jahr her, als ihr Freund sie verlassen hatte. Seitdem sind Partys und Alkoholabstürze, sowie das Erwachen in fremden Betten, keine Seltenheit für sie.
In dem Moment als sich Craig und Jennifer zum ersten Mal wiedersehen, beschreibt die Autorin die Gedankengänge haargenau.
Als Jennifer dann auch noch beschließt ein wenig Zeit bei Craig zu verbringen, ist das erotische Knistern gänzlich vorprogrammiert.
Viele solcher Szenen werden folgen und veranschaulichen, wie tief sich die Figuren darin fallen lassen können.
Aber der Alltag wartet nicht und auch nicht die Albträume machen vor Craig halt, ebenso holt Jennifers Leben sie sehr schnell ein.

Die gesamte Geschichte ist zwar davon geprägt, dass die Protagonisten sich anziehend finden, aber man bemerkt sehr stark, dass die Autorin sich bemüht auf die schweren seelischen Lasten einzugehen.
Mir waren gerade die Abschnitte, in denen von tiefen Gefühlen gesprochen wurden sehr flach und auch Jennifers prägende Entscheidung einfach kurz und knapp abgehandelt.
Auch kamen ihre wahren Probleme punktgenau zum Vorschein. Zwar lässt es sich erahnen, was sie mit sich auszumachen hat, aber wirklich zur Sprache kann die Autorin es nicht bringen.

Dennoch versteht sie es mit den Szenen zu spielen und die Attraktivität ihrer männlichen Hauptfigur herauszuarbeiten.
Ich hoffe ihr nächstes Buch gewinnt an Seitenlänge und kann dann dadurch die nächste Geschichte mehr zum Ausdruck bringen.


„Tybee Island“ ist eine knisternde Geschichte, für zwischendurch, die von zwei gebrochenen Seelen erzählt, welche sich nur zusammen ergänzen können.

Zum Buch auf der Verlagsseite: KLICK

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