28. Oktober 2015

Für immer Blue von Amy Harmon

(Copyright: Egmont INK Verlag)

Durch eine angekündigte Leserunde bei Lovelybooks (an der ich nicht teilgenommen habe), fiel mir das zarte Cover von „Für immer Blue“ ins Auge. Aus der Feder von Amy Harmon entstand ein 480 Seiten umfassender Roman, welcher im Oktober  2015 vom Egmont INK Verlag auf dem Markt gebracht wurde.

Blue Echohawk hat mit ihren jungen Jahren schon einiges erlebt. Von der Mutter zurückgelassen, ist sie bei einem fremden Mann aufgewachsen, welcher zu Tode kommt und nun verbringt sie ihre Zeit bei dessen Schwester.
Die Highschool läuft für sie nur nebenher und jeder denkt nur bei ihren Namen an ein schnelles Liebesabenteuer.
Doch der neue Lehrer Mr. Wilson scheint hinter Blues Fassade schauen zu können und fordert sie auf ihre Vergangenheit aufzuräumen, um in eine bessere Zukunft zu schauen …
Wer das Buch von “Für immer Blue” in Händen hält, kann wohl gar nicht anders, als das Cover zu bewundern. Es erschien mir als einen guten Eintritt in Blues Welt, mit dem Scherenschnitt des Mädchens und des kleinen Vogels, auf dessen Händen.
So zart, wie das dargestellte Mädchen, kam mir auch die Protagonistin vor. Mit dem Kopf in eine andere Welt blickend. Sie gibt die starke Kämpferin, doch je weiter man in der Handlung hineingeht, desto mehr versteht man ihre zickigen und starsinnigen Ansichten.
Sie ist der kleine Vogel, der eine schützende Hand sucht, wie der auf dem Cover. 

Veränderungen prägen einen Menschen, in Blues Leben war es Mr. Wilson, ihr Geschichtslehrer, der sie in die Vergangenheit zurückreisen lässt, um sich selbst dort zu finden.
Von Findungen kann hier aber keine Rede sein, denn ich selbst habe es mehr als Problembewältigung empfunden, als dass sie wusste, wer sie selbst ist.
Dieser junge Lehrer, welcher selbst kaum älter als sie war, hat es geschafft, das Blue versuchte eine Zukunft für sich zu entdecken. 

Immer wieder kam die Sprache auf ihre Mutter. Eine Szene aus deren Leben, führt den Leser auch in das Buch, aus dieser scheint man anfänglich aber nicht schlau zu werden.
Der tolle Fluss aus Informationen, veranschaulichen Bildern, welche sich in meinem Kopf formten und das Spiel mit den Worten, waren es, die mich die erste Hälfte des Buches genießen ließen.
Leider kam danach ein starkes Tief, nicht nur für die Figuren, sondern auch für mich, als stiller Teilhaber der Szenen. 

Es kam zu einem Hin und Her aus Gefühlen und Situationen, die einerseits nachvollziehbar, an anderen Stellen aber wiederum viel zu übertrieben wirkten.
Zum Schluss schaffte es Amy Harmon dann doch noch, mich mit in ein geordnetes Chaos zu nehmen und überzeugen zu können, dass sich Dinge doch noch aufklären.
Die Protagonistin war anfangs, wie schon erwähnt, sehr unnahbar und für alle Jungs das Objekt ihrer Begierde. Die Autorin schaffte es jedoch, ihren weichen und sehr kreativen Kern hervorzubringen.

Mich hat allerdings Mr. Wilson, oder besser Darcy Wilson (ja wirklich Darcy) von sich überzeugen können. Er hat seine typisch englische Art und Korrektheit, mit seiner Verbissenheit und Leidenschaft eingesetzt, um aus Blue alles herauszuholen, was sie bis dato vor sich selbst tief vergraben hatte.

“Für immer Blue” ist eine Geschichte, die tief geht, leidenschaftlich wird und nach innen hin schreit, um ein Geheimnis endlich zu Vorschein zu bringen, dass jeden überraschen wird.




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