29. März 2016

Nur ein Tag von Gayle Forman

(Copyright: Fischer Jugendbuch Verlag)

Seit der Coverbekanntgabe war ich sehr gespannt auf Gayle Formans Werk “Nur ein Tag”. Erschienen sind diese herzzerreißenden 432 Seiten im Fischer Jugendbuch Verlag, im März 2016. Als ersten Teil einer Duologie, bei denen die Cover herrlich zusammen aussehen. Sehr passend gestaltet zur Handlung.

Allysons Leben ist komplett durchgeplant, von ihren Eltern. Auf einer großen Europatour, die kurz vor dem Collegebeginn, unvergessliche Momente für sie liefern soll, zweifelt sie an all dem, was bisher so geschehen ist. Dann steht er vor ihr und nichts bleibt wie es war.
Willem - er ist genau das, was Allyson nie war. Lebensmutig, ungeplant und weltoffen. Sie geht einen großen Schritt und erlebt Paris mit ihm allein - nur einen Tag lang …

Soeben habe ich Allysons Geschichte hinter mir gelassen und komme ganz zerrissen aus ihrer Welt zurück.
Zu Beginn muss ich sagen, dass ich mir eine ganz andere Handlung erwartet hatte, schon beim Lesen des Klappentextes und das mich Allyson zum Start dieser Achterbahn, sehr genervt hat.
Sie war mit sich nicht im Reinen und das merkte man auch als Leser sehr stark. Aber eben diese Stärke besitzt sie zu diesem Zeitpunkt nicht, es ihren Eltern auch offen gestehen zu können.
Alles scheint von ihnen vorherbestimmt zu sein. Sogar die ganze Reise und wie viel Spaß Allyson haben muss, sind akribisch aus der Hand ihrer Mutter niedergelegt.
So empfand ich es als riesigen Schritt von der Figur, so voller Angst doch diesen offen jungen Mann in eine Stadt zu folgen, in der sie sich in kleinster Weise zurechtfindet. Weder spricht sie französisch, noch weiß sie, was sie nun tun soll. Sie ist das, was junge Menschen mit ihren 18 Jahren einfach mal sein sollten - planlos.

Doch Gayle Forman lässt Allyson nicht so einfach auf Willem los, sondern führt sie mit den Stücken Shakespeares immer näher zu ihm hin. Eine sehr verführerische Ader, die sie sich als Leitfaden gebaut hat. Denn jener Shakespeare vermag es Allyson Leben genauso zu beflügeln, wie Willem.
Von Willem erfährt man als Leser nur genauso viel, wie bereit ist von sich preiszugeben. Dass dies nicht viel sein wird, wird Allyson noch zu einer riesigen Zerrreisprobe werden.
Gerade diese Unvollständigkeit, die hier die Protagonistin regelrecht überfällt, schwappt auch an den Leser heran. Ich persönlich fühlte mich jetzt wie zerrissen und wieder zusammengesetzt - ein Stück fehlt und etwas Neues kam hinzu. So scheint es auch Allyson gefühlt zu haben. 

Gerade Gefühle spielen hier eine riesige Rolle. Da ist es nicht nur die Liebe zu ihrem Leben, auch der Hass auf sich selbst und der Mut und die Entschlossenheit, rebellisch zu sein, vereinen sich in ihrer Figur.
Durch das “Tagesabenteuer” mit Willem in Paris, bekam ich eine neue Seite an Allyson zu Gesicht, vor dem sie anscheinend selbst großen Respekt hatte. Sie ist abenteuerlustig und möchte einfach mehr aus ihren Leben machen, als dem gepflasterten Weg ihrer Eltern zu folgen. Sie möchte über Steine fallen und sich wieder aufrappeln - sie wird erwachsen.

Natürlich steht die Liebe immer wieder im Fokus, wenn man neben Allyson durch die Seiten wandert. Es ist, als fühlte man ihren Schmerz mit, ebenso die Entschlossenheit Willem wiederzusehen. Sie kämpf regelrecht darum. Ob sie Erfolg hat, und was eigentlich passiert ist, das möchte ich euch nicht nehmen, selbst erlesen zu können.
Nach Beendigung von diesem ersten Teil, möchte man sofort in Willems Haut schlüpfen, um erfahren zu können, was dann passiert ist, und wie es zu ihrer Trennung an jenem einen Tag kam. (Also legt euch gleich beide Teile zu, allein sehe sie eh unvollständig aus.)

Gayle Forman hat mich mit dieser Handlung sehr überrascht und schaffte es verschiedene Emotionen nur durch Worte zu transportieren. Mehr braucht es nicht für eine gute Geschichte - treffende Worte, die man bis in die Seele spürt.

“Nur ein Tag” reißt mit und erweckt starke Emotionen!





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