8. Juni 2016

Zorn und Morgenröte von Renée Ahdieh

(Copyright: Bastei Lübbe One Verlag)

Es ist schon einige Zeit ins Land gegangen, als ich „Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh gelesen habe. Erschienen im Februar 2016 umfasst ihr Werk 400 orientalische Seiten.

Shahrzad möchte den Tod ihrer geliebten Freundin Shira rechen und heiratet jenen Mann, der dafür verantwortlich ist – den Kalifen.
Jeder weiß, dass die Frauen des Kalifen nicht lange überleben und so macht sich Shahrzads Freund Tarik auf den Weg, um seine Liebe zu befreien.
Doch diese schafft etwas, was einem Mädchen vor ihr nie noch nicht gelungen ist, sie kann bisher am Leben bleiben und das nur, weil sie dem Kalifen Geschichten erzählt …

Dies ist wie eine Neugestaltung und erinnert an das Märchen von 1000 und eine Nacht. Auch die Namen sind nur etwas abgewandelt und fügen sich schön in diese Zeit hinein.
Dass sich Shahrzad selbst dem Monster stellen will, der schon unzählige junge Mädchen auf dem Gewissen haben soll, beschreibt eine Seite der Figur – Stolz. Dennoch überlagert dieser ihre Angst davor, ebenso enden zu können. Allein mit Schönheit kommt man bei Kalifen Chalid nicht weiter.
Sie schafft es mit ihren Geschichten sich ein Ansehen am Hofe des Kalifen zu erbauen, welches dennoch an jenem seidenen Faden hängt, mit welchem er seine Frauen alle hat ermorden lassen.

Die zwei Eheleute kommen sich näher und auch wenn Shazi noch immer einen Weg finden möchte ihn zu töten, so bekommt sie eines, was keiner vorher bekam – Zuwendung von Chalid. Diese genießt auch der Leser dann sehr, denn es knistert gewaltig zwischen den zwei sturen Figuren.
Er lässt sie immer mehr hinter seine Maske schauen und auch für den Leser wird das, was sich dahinter verbirgt schrecklich sein anzusehen.
So wie die Protagonistin baut man auch selbst eine Bindung zu diesem etwas muffeligen Kalifen auf, denn mit ihrem Charme und den Witz schafft es Shazi nicht nur ihn um den Finger zu wickeln, was sie sehr schnell an den Galgen bringen kann.

Die Situation bekommt, so wie es jede gute Geschichte haben sollte, eine Wendung, welche den Figuren einen neuen Weg weißt, den zu gehen sie sich nur trauen müssen.
Ich hoffe sehr, dass auch der zweite Teil bei uns veröffentlicht wird, denn man möchte unbedingt erfahren, wie es Shahrzad ergeht und ob sie einen Weg finden wird, frei leben zu können.
Renée Ahdieh nimmt Altbewehrtes und setzt sie in eine neue Welt hinein, wo auch diese Elemente gut funktionieren. Ab und an hätte man sich hier und da mehr Tempo gewünscht, aber das ist schnell vergessen, sobald die Abenddämmerung einsetzt.

„Zorn und Morgenröte“ ist eine orientalische Geschichte, welche in seiner Grundstruktur bekannt, aber mit neuen Elementen gespickt ebenso gut funktioniert.



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