23. Oktober 2016

Paris, du und ich von Adriana Popescu

(Copyright: cbj-Verlag)

Erschienen im Juli 2016 ist Adriana Popescu`s „Paris, du und ich“ gleich in die Leserherzen geflogen. Der cbj-Verlag hat mit dem 353-seitigen Werk ein sehr gefühlvolles Buch herausgebracht.
 
Emma hat sich unsterblich in den französischen Austauschschüler Alain verliebt und macht etwas, dass sie sich ohne diese Gefühle nie gewagt hätte – sie reist ihm nach Paris nach.
Dort angekommen ist sie am Boden zerstört … Alain ist in einer Beziehung mit einem perfekten Mädchen und Paris erscheint ihr auf einmal nicht mehr, wie sie es sich immer vorgestellt hatte.
Doch da hatte sie die Rechnung ohne Vincent gemacht. Dieser beginnt ihr die schönsten Seiten Paris zu zeigen und sie lernt ihre Wünsche offen auszusprechen …

„Woher sollen wir wissen, mit welcher Farbe wir unser Leben anstreichen wollen, wenn wir unsere Finger vorher nicht in alle Farbeimer getunkt haben?“ – Vincent
 
Adriana Popescu hat mich entführt – nach Paris!
Ihre Protagonistin Emma ist augenscheinlich nicht der Typ „Abenteurer“, doch mit der Liebe bekommt jeder gute Geist Flügel, so auch ein schüchternes Mädchen. Und was sie alles erleben durfte!
 
Eigentlich beginnt die Autorin mit recht traurigen Szenen, bei denen die Protagonistin schon jetzt ihr Innerstes zeigt. Die erste, vermeintlich große Liebe, zu finden und gleich darauf vor den Kopf gestoßen zu werden, wäre wohl für jeden ein Todesstoß.
Doch hier endet nichts, hier beginnt Emmas Abenteuer erst richtig und der Leser verliebt sich nicht nur in eine sich stärkende Figur, sondern in eine Stadt, die man sonst nur aus Filmen in einem ganz anderen Licht sieht.
Wer sich nicht auskennt, der braucht einen Reiseführer und Emmas ist Vincent. Dieser ist so was von schräg, dass er schon wieder ganz normal ist (ihr versteht, was ich meine).
 
Vincent hat eine erwachsene Seite, die Emma Dinge lernt, welche sie bisher mit ganz anderen Augen gesehen hatte und der ihr Seiten an ihrer Lieblingsstadt zeigt, die sie sich so nie ausmalen konnte.
Beide erscheinen einander wie Seelenverwandte, die sich nie gesucht und dennoch gefunden haben. Von der Gesellschaft als graue Tauben empfunden, bilden sie zusammen ein pinkes Flamingopaar, das aus der Masse heraussticht und den Mitmenschen beweist, dass doch etwas in ihnen steckt.
 
Ich empfand es als wunderbar, die beiden Figuren bei der Gefühlsjonglage beobachten zu können. Gerade der so cool wirkende Vincent hat, wie vielleicht jeder Mensch, eine dunkle Seite, die so viel traurige Dinge in sich vergräbt, dass schon nichts mehr hineinpasst. Emma hingegen hält mit ihren Wünschen hinter dem Berg und möchte lieber alle glücklich machen, als sie von sich enttäuschen zu wollen. Doch das belastet Emma extrem und so helfen die Figuren sich gegenseitig, ob beabsichtigt oder nicht.
 
Ganz berührend waren Emmas Tagebucheinträge, welche ihre Sehnsüchte und Wünsche offen transportierten und diese auch in den Leser manifestierten.
Adriana Popescu hat eine tolle Art ihre Geschichten zu erzählen, denn sie schafft es, was alle andere Autoren so verzweifelt versuchen, sie trifft den Nerv des Lesers und so gelingt es ihr, diesen mit in die Geschichte zu ziehen. Es verursacht immenses Fernweh dieses Buch zu lesen und so wird es wohl vielen ergangen sein. Jetzt einfach Koffer packen und dann zu Emma und Vincent reisen, genau das erleben, was sie gesehen haben – so erging es mir. Und ich danke der Autorin für diese Gefühle, in und außerhalb ihres Werkes.

„Paris, du und ich“ erweckt tiefe Gefühle zu einer Stadt und seinen Geschichten, sodass man so gern mit den Figuren tauschen möchte!




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(Copyright: Piper Verlag)



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