28. April 2017

Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine von Rebecca Raisin

(Copyright: Aufbau Verlag)

Erschienen im Aufbau Verlag ist mir Rebecca Raisins Werk „Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine“ sofort ins Auge gefallen. Seit Anfang April kann man mit Sarah auf den 320 Seiten Paris erleben und einen Buchladen erkunden, der wirklich viele verborgene Geheimnisse hat.

Die schüchterne Buchhändlerin Sarah steht kurz vor der Schließung ihres kleinen Ladens. Als ihre Bekannte Sophie, aus Paris, sie fragt, ob sie für ein paar Monate ihrem Leben entfliehen möchte und ihren Laden übernehmen könnte, ist sie sofort dabei.
In Paris laufen die Uhren und Buchläden anders und so findet sie sich in einer Welt wieder, die ihr hilft endlich einen Weg zu finden sich gegen Widrigkeiten zu stellen …

Schon lange haben mich Cover und Titel nicht so angezogen, wie Rebecca Raisins Werk es vermochte.
Mir ihrer schüchternen Protagonistin Sarah und der Karrierefrau Sophie setzt sie zwei gegensätzliche Figuren zueinander, die sich besser gar nicht beeinflussen konnten.
Begleiten wird der Leser aber nur Sarah, die aus einer Kleinstadt in den USA in das turbulente Paris katapultiert wird. Schon als so introvertierter Mensch, solche Idee anzunehmen, mit einer eigentlich vollkommen Fremden die Buchhandlung zu tauschen und sich auf alles dort komplett einzulassen, ist ein riesiger Schritt. Besonders für diese Protagonistin.

Denn immer wieder wird angerissen, dass ihr als kleines Mädchen etwas passiert war, doch ich empfand nicht, dass dieses Erlebnis sie so negativ beeinflusst hatte. Nur ihre Eltern, allem voran die Mutter, welche man nur ganz kurz kennenlernt, scheint mit den Plänen der Tochter nicht einverstanden zu sein. Sei es drum, wagt sie dennoch den Schritt und fliegt in diese traumhafte Stadt mit seinen verwinkelten Gassen, tollen Essen – und natürlich dem schönsten Buchladen, welchen man sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen vorstellen kann.

Nicht umsonst heißt er „Once upon a time“.
Und so ist es wirklich, denn Rebecca Raisins Beschreibungen des Ladens sind wirklich märchenhaft schön. Mit seinen Themenzimmern und zahlreichen Mitarbeitern scheint Sarah immer wieder Neues zu entdecken. Doch man muss schnell feststellen, dass der Schein auch da trügt.
Ist es doch sehr chaotisch, weil anscheinend alle ihren Dienst antreten, wann sie wollen und auch nur das machen, was sie möchten. Eine echte Herausforderung für unsere schüchterne Protagonistin.
Doch wer liebt es nicht einer Figur dabei zusehen zu können, wie sie ihre innere Stärke findet und lernt mit den Problemen, die auch dieser traumhafte Buchladen hat, umzugehen.

Ab und an wirft man einen Blick in Sarahs Gefühlswelt, die von dem freien Journalisten Ridge beherrscht wird. Auch wenn die beiden eine Fernbeziehung führen, liegt immer wieder knisternde Spannung zwischen ihnen. Aber Fernbeziehungen sind eine große Belastung für jedes Paar und so kommen auch mal andere Gefühle in die Handlungen hinein.
Die Idee einen Liebesromanautor hineinzubringen, der mit Sarah auch noch tolle Sequenzen, nein keine erotischen (!), bekommt, fand ich super. Luis Delacroix haftet immer ein geheimnisvoller Charme an, der die Liebe anscheinend magisch anzieht.

Mit ihrer malerisch, poetischen Erzählweise, hat mich die Autorin an ihre Buchseiten gebannt und ich war wirklich betrübt, als ich diese wieder verlassen musste.
Als Buchliebhaberin war ihr Werk wie Urlaub. Denn es steckt voller verschachtelter Geschichten, verborgenen Ecken und eben voller Bücher!

„Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine“ muss man als Buchliebhaber einfach lesen, den es ist ein malerisch, poetisches Werk, voller schöner Szenen und einer Protagonistin, die man einfach lieben wird!

Diesen Textausschnitt von „Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine“ möchte ich Euch dalassen, damit ihr sehen könnt, wie schön die Autorin mit Worten Bilder in den Kopf malen kann: „Manchmal spaziere ich dann durch die Buchhandlung, strich über Buchrücken und freue mich über kuriose Funde im Antiquariat – ein Buch, das schief hinter eine Reihe geschoben worden war, die Seiten braun vom Alter, der Geruch eine Mischung aus Hoffnung und Erwartung, nussig-muffig, gleich einem Bouquet welker Rosen.“ (Position 60%)




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